Angst ent­thro­nen

Ent­thro­nung

Schritt I

Wer hat die Angst eigent­lich auf den Thron gestellt?

Manch­mal lohnt sich die­se ein­fa­che Fra­ge: „Was“ genau hat sie nur dort hingestellt? 

Zunächst ein­mal einen ande­ren Blick­win­kel auf die Angst zu bekom­men, führt oft zu einer wohl­tu­en­den Ent­las­tung im Men­schen. Dies ist ein durch­aus wich­ti­ger Schritt, denn Angst ist meist immer mit Ver­span­nung und Anspan­nung ver­bun­den, wodurch sich der Mensch schnell klein, ange­grif­fen und ver­letzt füh­len kann. 

Angst ist inzwi­schen zu einer moder­nen Zeit­krank­heit gewor­den. Die Lis­te der ver­schie­de­nen Ängs­te ist des­halb heut­zu­ta­ge sehr lang. Bei­spie­le hier­für sind vor allem die Ver­sa­gens­angst, Angst vor Ableh­nung, Ver­än­de­rung, vor der Zukunft, vor Krank­hei­ten, Gegen­stän­den, Tie­ren, vor Was­ser, Brü­cken, die Angst vor dem Flie­gen, dem Auto­fah­ren, vor Prü­fun­gen, frei­en Flä­chen (Ago­ra­pho­bie) oder geschlos­se­nen Räumen. 

Außer­dem noch zu erwäh­nen ist die sozia­le Pho­bie (in der Öffent­lich­keit spre­chen), hypo­chon­dri­sche Befürch­tun­gen oder gene­ra­li­sier­te Angststörungen. 

Die Angst will ange­schaut werden

Ent­thro­nung

Schritt II

Was bringt mir die Angst?

Meis­tens nicht viel. Außer, dass sich die Angst ver­viel­fäl­tigt oder vergrößert. 

Oft wer­den auch Ver­mei­dungs­stra­te­gien gefah­ren, die man immer häu­fi­ger zu hören bekommt: „So schlimm ist es doch gar nicht!“, „Mor­gen mache ich es bes­ser!“ oder „Ich muss erst ein­mal etwas essen, trin­ken oder eine Ziga­ret­te rau­chen!“ gehö­ren wohl zu den belieb­tes­ten Sätzen. 

Die­se Angst vor der Angst zeigt sich also auch indi­rekt im All­tag und engt den Men­schen immer mehr ein. Beson­ders die Spon­ta­nei­tät geht dadurch ver­lo­ren, Selbst­zwei­fel zei­gen sich ver­mehrt oder Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­le stel­len sich ein. Die Angst vor unse­ren Ängs­ten mün­det in vie­len Fäl­len schließ­lich in blo­ße Panik und das Sicher­heits­ge­fühl geht dabei all­mäh­lich verloren. 

Panik führt wie­der­um zu dem Gedan­ken, dass man aus der Situa­ti­on nicht mehr her­aus­kom­men wird. Sie quält den Men­schen mit kör­per­li­chen Reak­tio­nen und mün­det in die Vor­stel­lung des Aus­ge­lie­fert-Seins. Chro­ni­sche Beschwer­den, Auto­im­mun­erkran­kun­gen, Depres­sio­nen oder Schlaf­stö­run­gen sind Fol­gen einer sol­chen unbe­han­del­ten Angst. 

Angst und Panik haben eine Geschich­te. Die­se Geschich­te möch­te gehört werden.

Ent­thro­nung

Schritt III

Was braucht Ihre Angst?

Hin­ter der Angst ste­cken oft ande­re tie­fe­re unbe­wuss­te The­men. Sie sind mit Gefüh­len wie Wut, Groll, Scham und Schuld ver­bun­den. Mit Hil­fe der selbst­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Hyp­no­se kön­nen die­se unbe­wuss­ten The­men ins Bewusst­sein geho­ben wer­den, damit eine kon­struk­ti­ve Lösung erfol­gen kann. 

Aber für vie­le beson­ders schwer zu ver­ste­hen ist hier­bei, dass hin­ter der Angst auch oft das Gefühl der Wut ste­hen kann. Die­se Tat­sa­che ist ver­bun­den mit unzäh­li­gen Gedan­ken, die uns wohl allen schon ein­mal durch den Kopf gegan­gen sind: Wehe, wenn ich mal wütend wer­den wür­de! Was wäre dann? Wie wür­de die Umwelt dar­auf reagie­ren? Und darf ich über­haupt wütend wer­den? Ja, das dür­fen Sie durch­aus! Die­se soge­nann­te Anpas­sungs­fä­hig­keit ist zwar in der Kind­heit rich­tig und erst­mal wich­tig – spä­ter aller­dings hin­dert die­se den Men­schen, engt ihn ein oder führt dazu, dass kei­ne Ver­ant­wor­tung mehr über­nom­men wird. Bei­spiels­wei­se wer­den Kon­flik­te oft aus Angst vor Kon­fron­ta­ti­on ver­mie­den – Sie ken­nen das viel­leicht. Aller­dings soll­ten auch Sie sich Ihrer Wut und Angst zunächst bewusst wer­den und die­se nicht gleich unter­drü­cken oder „bei­sei­te“ schieben. 

Hin­ter und unter der Angst kann sich auch eine ver­ges­se­ne Trau­rig­keit ver­ber­gen, die sich auf einen unge­leb­ten oder unge­lieb­ten Lebens­teil in einem selbst bezieht. Dies ist oft in Aus­sa­gen zu hören wie: „Wenn ich eine ande­re Arbeit hät­te, dann …“ oder „Hät­te ich damals noch stu­diert, dann wäre ich jetzt unab­hän­gig von …“.

Bege­ben Sie sich also auf die Suche nach dem, was Ihre Angst braucht oder was Sie ganz spe­zi­ell benö­ti­gen. Zwei zen­tra­le Fra­gen in der Hyp­nose­the­ra­pie, die hier gestellt wer­den, sind bei­spiels­wei­se: Hal­ten Sie viel­leicht an etwas Bestimm­tem fest? Oder wirkt die Angst nur unbe­wusst als stra­fen­des Ele­ment in Form von „Du darfst nicht. Ich kann nicht. Du sollst nicht“? 

So ver­rückt es klin­gen mag: Die Wahr­heit unter­stützt stets den eige­nen Hei­lungs­pro­zess. Frü­her oder spä­ter kommt der Mensch an die wah­re Quel­le und den eigent­li­chen Ursprung sei­ner Angst. Oft gesche­hen dort unglaub­li­che „Wun­der“, die sich frü­her oder spä­ter in tie­fen Erkennt­nis­sen, Wahr­hei­ten und Ein­sich­ten zei­gen werden. 

"(M) Eine „gesun­de“ Angst ist die Moti­va­ti­on für …"