Die grau­sa­me Königin

Die grau­sa­me Königin

Es waren ein­mal zwei Königs­kin­der. Sie leb­ten in mate­ri­el­lem Wohl­stand und es man­gel­te ihnen an nichts. Wohl aber an Lie­be und Geborgenheit.

Der opti­mis­ti­sche und gut­gläu­bi­ge König
Der König war ein opti­mis­ti­scher, ratio­na­ler und gut­gläu­bi­ger Mensch. Er hat­te viel zu tun und regier­te bis tief in die Nacht hin­ein. So blieb ihm nur wenig Zeit für sei­ne Fami­lie. Der König hat­te die Ange­wohn­heit, Din­ge zu beschö­ni­gen und die­se in ein ver­meint­lich gutes Licht zu rücken. Dass er dafür flun­kern muss­te, stör­te ihn nicht. Haupt­sa­che war, der gute Schein blieb gewahrt. Der König war zugleich sehr ehr­gei­zig und hat­te eine über­gro­ße Erwar­tungs­hal­tung gegen­über sei­nen Kin­dern. Die­se zu erfül­len, war den Kin­dern kaum möglich.

Die herz­lo­se Köni­gin – die heim­li­che Herrscherin
Die heim­li­che Herr­sche­rin über das Reich war die Köni­gin. Doch gro­ße Unzu­frie­den­heit und Lan­ge­wei­le mach­ten ihr zu schaf­fen. Sie hat­te ein böses Herz, war faul, her­risch, recht­ha­be­risch, intri­gant und hin­ter­lis­tig. Alle muss­ten nach ihrer Pfei­fe tan­zen. Kam die Spra­che auf ihre Kin­der, ließ sie kein gutes Haar an ihnen. Gehorch­ten sie nicht, droh­te ihnen die Köni­gin damit, sie des Hau­ses zu ver­wei­sen. Über Jah­re hin­weg miss­han­del­te sie ihre bei­den Kin­der, ohne dass ihr jemand Ein­halt gebo­ten hät­te. Die­se Miss­hand­lun­gen führ­ten dazu, dass die Kin­der sehr krank wur­den. Die Köni­gin sah jedoch kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen ihrem grau­sa­men Ver­hal­ten und den Krank­hei­ten ihrer Kinder.

Flucht aus dem Palast
Eines Tages hiel­ten die Kin­der es nicht mehr aus und flo­hen aus dem Palast. Sie sahen kei­nen ande­ren Aus­weg. Denn auch der König hat­te sie nicht vor den Grau­sam­kei­ten der Köni­gin schüt­zen kön­nen. Litt er doch selbst unter ihrem herz­lo­sen Ver­hal­ten. Doch die Flucht der Kin­der brach­te ihnen nicht die erhoff­te Befrei­ung von der grau­sa­men Mut­ter. Sie tru­gen ihr Gift in sich und so wirk­te es auch dort, wo immer sich die Kin­der auf­hiel­ten. Bis heu­te haben die Kin­der unter der herz­lo­sen Köni­gin zu leiden.

Selbst­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Hyp­no­se – Gegen­mit­tel gegen die herz­lo­se Königin
Geschich­ten wie die­se höre ich immer wie­der in mei­ner Pra­xis. Eine herz­lo­se Köni­gin, gegen die sich die Kin­der nicht weh­ren kön­nen und gegen die auch die Flucht aus dem Palast kei­ne Befrei­ung bie­tet. Psy­chi­sche wie phy­si­sche oder emo­tio­na­le Miss­hand­lun­gen im Kin­des- oder Jugend­li­chen­al­ter haben ihre Aus­wir­kun­gen bis in das Erwach­se­nen­al­ter hin­ein. Wer­den die Kon­flik­te, das Trau­ma nicht auf­ge­löst, bleibt die per­ma­nen­te Über­for­de­rung bestehen. Die­se Emo­tio­nen haben sie ihren fes­ten Platz im Unter­be­wuss­ten und wir­ken lan­ge nach. Da hilft auch die Flucht aus dem Palast nicht. Im Lau­fe der Zeit kön­nen sich Haß und Wut ent­wi­ckeln. Oder auch die Angst davor, etwas zu ver­lie­ren. Wen­de ich mich von der Köni­gin ab, ver­lie­re ich sie und damit auch die Pro­jek­ti­ons­flä­che für mei­ne Wut und mei­nen Haß. Schuld­ge­füh­le sind wei­te­re Gefüh­le, die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten emp­fin­den, die eine ähn­li­che Situa­ti­on erlebt haben. Die­ses Gefühl der Schuld kann dazu füh­ren, dass sie sich nicht von den Men­schen lösen kön­nen, die ihnen nicht gut tun. Sei es die herz­lo­se Mut­ter oder der gewalt­tä­ti­ge Part­ner.
Die selbst­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Hyp­no­se bie­tet in sol­chen Fäl­len eine Mög­lich­keit, die Kon­flik­te oder das Trau­ma auf­zu­lö­sen. Damit ist der Weg frei, Frie­den mit sich und der Ver­gan­gen­heit zu schlie­ßen und ein Leben zu füh­ren, das den eige­nen Erwar­tun­gen und Bedürf­nis­sen entspricht.

Herz­lichst
Ihre Annet­te Schmittdorsch

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