Mob­bing – Raus aus der Opferrolle

Mob­bing – Raus aus der Opferrolle

Mob­bing ist ein Phä­no­men, das in allen gesell­schaft­li­chen Berei­chen anzu­tref­fen ist: Schu­le, Aus­bil­dung, Beruf. Für die Betrof­fe­nen ist es häu­fig sehr schwer, aus die­ser Situa­ti­on her­aus­zu­kom­men. In Deutsch­land gilt Mob­bing als straf­bar, da es als Ein­griff in die Per­sön­lich­keits­rech­te eines Men­schen ange­se­hen wird. Doch es ist ein lan­ger und müh­sa­mer Weg, Rechts­mit­tel dage­gen ein­zu­le­gen. Wich­ti­ger erscheint mir der Weg, sich selbst aus der Opfer­rol­le zu befrei­en und damit dem Mob­bing ein Ende zu setzen.

Was ist Mobbing?
„Am Anfang habe ich die Schuld bei mir gesucht“, erzähl­te mir kürz­lich eine Kli­en­tin, die an ihrem Arbeits­platz gemobbt wur­de. Sie war eine Quer­ein­stei­gern in einem Unter­neh­mer und muss­te sich erst an ihrem neu­en Arbeits­platz ein­ar­bei­ten. Da pas­sie­ren Feh­ler. Doch sie lern­te schnell, über­nahm wei­te­re Auf­ga­ben und ver­stand sich gut mit ihrem Vor­ge­setz­ten. Das miss­fiel offen­sicht­lich ihren Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. Man fing an, hin­ter ihrem Rücken über sie zu tuscheln, man mied sie in der Kaf­fee­pau­se und schließ­lich wur­de sie bei ihrem Chef ange­schwärzt. Die­se Ent­wick­lung gip­fel­te in einem sys­te­ma­ti­schen Schi­ka­nie­ren durch die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen. Selbst­zwei­fel mach­ten sich bei der Betrof­fe­nen breit bis zu dem Gefühl, die­ser Situa­ti­on hilf­los aus­ge­lie­fert zu sein. Ergän­zend dazu mach­ten ihr zuneh­mend kör­per­li­che Beschwer­den zu schaffen.

Mob­bing als Aus­lö­ser für phy­si­sche wie psy­chi­sche Beschwerden
Mob­bing bedeu­tet für den Kör­per Stress. Bei mei­ner Kli­en­tin zeig­te sich dies in den „klas­si­schen“ Stress­sym­pto­men, wie Kopf­schmer­zen und Schlaf­stö­run­gen. Sie wach­te mor­gens weit vor ihrem Wecker auf, was eine enor­me Ermü­dung am Tag nach sich zog. Es folg­ten Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen, Gereizt­heit und eine erhöh­te Sen­si­bi­li­tät des Magen-Darm-Trak­tes. Da der Betrieb klein war und es kei­nen Betriebs- oder Per­so­nal­rat gab, hat­te sie an ihrer Arbeits­stel­le kei­ne Mög­lich­keit, über die Situa­ti­on zu spre­chen. In ihrem per­sön­li­chen Umfeld spiel­te sie die Demü­ti­gun­gen, die sie nahe­zu täg­lich erlei­den muss­te, her­un­ter. Sie woll­te nie­man­den damit belas­ten. „Und ich war der Ansicht, dass mir das auch nie­mand glau­ben wür­de,“ so ihre Ver­mu­tung. Statt sich mit Freun­den zu tref­fen, zog sich mei­ne Kli­en­tin zuneh­mend zurück.Diese nega­ti­ve emo­tio­na­le Spi­ra­le kann schnell in eine Iso­la­ti­on oder Depres­si­on füh­ren. Eine Situa­ti­on, die einen Men­schen kom­plett aus sei­ner Lebens­bahn wer­fen kann.

„Nein!“ zu Mobbing
Das Ent­schei­den­de bei einer Mob­bing-Situa­ti­on ist, dass die betrof­fe­ne Per­son aus der Opfer­rol­le her­aus­kommt. Damit lau­fen Demü­ti­gun­gen, Unter­stel­lun­gen und Schi­ka­nen ins Lee­re. Hil­fe fand mei­ne Kli­en­tin in Gesprä­chen und in der Hyp­no­se. Sie lern­te, bewusst „Nein“ zu sagen und schaff­te damit eine Distanz zu der Per­son, von der das Mob­bing aus­ging. In der Hyp­no­se wur­de sie sich wie­der ihrer eige­nen Bedürf­nis­se und Wün­sche bewusst und trau­te sich auch wie­der, die­sen Emo­tio­nen einen Raum zu geben. Schritt für Schritt konn­te sie wie­der Ver­trau­en zu sich selbst auf­bau­en. Eine ent­schei­den­de Ent­wick­lung, denn die­ses Selbst­ver­trau­en war ihr kom­plett abhan­den gekommen.Gewappnet mit die­sem neu­en Selbst­ver­trau­en hat sie das Gespräch mit ihrem Vor­ge­setz­ten gesucht und ihm die Situa­ti­on geschil­dert. Wei­te­re Gesprä­che folg­ten. Durch ihren bewuss­ten Schritt aus der Opfer­rol­le her­aus, konn­te mei­ne Kli­en­tin den Pro­zess stop­pen. Sie weiß heu­te, was sie tun muss, damit es erst gar nicht wie­der soweit kommt. Mit Hil­fe der Hyp­no­se lässt sich die Klam­mer, die Mob­bing um die betrof­fe­ne Per­son bil­det, auf­bre­chen. Die eige­nen Bedürf­nis­se und Wün­sche erken­nen, die­se für sich anneh­men und durch­set­zen sind die wesent­li­chen Momen­te. So kann das Ver­trau­en zu sich selbst, zu den eige­nen Stär­ken wie­der auf­ge­baut wer­den. Die Hyp­no­se ist ein Weg, um eine opti­ma­le Abgren­zung gegen­über der Per­son oder der Situa­ti­on auf­zu­bau­en, die das Mob­bing aus­ge­löst hat oder dafür ver­ant­wort­lich ist. So gerüs­tet, gehö­ren Scham, Schuld­ge­füh­le oder Sich-aus­nut­zen-las­sen der Ver­gan­gen­heit an. Eben­so hilft die Hyp­no­se, dass die Gefahr einer erneu­ten Mob­bing-Atta­cke gar nicht erst aufkommt. 

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